Quantentechnologien sind Schlüsseltechnologien der Zukunft. Mit ihren breiten Anwendungsfeldern tragen sie zur Lösung zentraler gesellschaftlicher Herausforderungen und damit zur nachhaltigen und zukunftsorientierten Entwicklung unserer Gesellschaft bei.
Gleichwertige Teilhabe von hochqualifizierten Frauen in den Quantentechnologien ist jedoch noch nicht realisiert, denn Frauen sind gerade in jenen MINT-Fächern, die auf eine Forschungs- und Entwicklungstätigkeit in den Quantentechnologien hinführen, wie etwa Physik, Informatik und einige Ingenieurswissenschaften, noch stark unterrepräsentiert. Zudem sind die Frauen, die als Leistungs- und Potenzialträgerinnen in den Quantentechnologien tätig sind, weniger sichtbar als ihre männlichen Kollegen.
Diese mangelnde Sichtbarkeit betrifft sowohl die innerfachliche Sichtbarkeit und Anerkennung in der wissenschaftlichen Gemeinschaft, ausgedrückt z.B. über Ehrungen oder Bekleidung hochrangiger Leitungspositionen, als auch die außerfachliche Sichtbarkeit in Öffentlichkeit, Wirtschaft, Politik und Medien.
Wir erforschen Mechanismen des Un/Sichtbarmachens und des Un/Sichtbarhaltens von Frauen in den Quantentechnologien und übersetzen unsere Ergebnisse unter Beteiligung von bereits erfolgreichen Führungspersonen, Leistungs- und Potenzialträgerinnen sowie deren Netzwerke in inner- und außerfachliche Sichtbarkeitsstrategien.
Unser Ziel ist die Entwicklung wirksamer und nachhaltiger Strategien sowie Handlungsempfehlungen auf struktureller Ebene zur Stärkung und Verbesserung der inner- und außerfachlichen Sichtbarkeit von Frauen in den Quantentechnologien.
Neben der sozialwissenschaftlichen Erforschung von sozialen Mechanismen der Anerkennung und Sichtbarmachtung in wissenschaftlichen Communities wollen wir wirksame und nachhaltige Strategien entwickeln und daraus Handlungsempfehlungen auf struktureller Ebene zur Stärkung und Verbesserung der inner- und außerfachlichen Sichtbarkeit von Frauen in den Quantentechnologien ableiten.
Wir adressieren in erster Linie die Fachcommunities der Quantentechnologie und der für sie relevanten Wissenschaften, insbesondere der Physik, der Informatik und einiger Ingenieurswissenschaften. Zusätzlich werden die im Projekt entwickelten Strategien und Handlungsempfehlungen als adaptierbares Modell auch für andere Schlüsseltechnologien zur Verfügung gestellt.
Wir führen Interviews und Gruppendiskussionen mit Frauen, die in der Quantentechnologie und -forschung arbeiten, sowie teilnehmende Beobachtungen an Forschungsinstituten der Quantum Alliance durch. Gemeinsam mit diesen Frauen wollen wir auf Grundlage der Ergebnisse Handlungsempfehlungen und Strategien für eine angemessenere und bessere inner- und außerfachlichen Sichtbarkeit von Frauen in den Quantentechnologien entwickeln.
Wir führen sozialwissenschaftliche qualitative Interviews mit Forscherinnen durch. Dabei haben der Schutz der Interviewten und der Datenschutz höchste Priorität.
Die Interviews werden aufgezeichnet. Anschließend werden die Interviews transkribiert und zum Zwecke der wissenschaftlichen Auswertung anonymisiert. Alle personenbezogenen Daten werden vertraulich behandelt und anonymisiert.
Die Identität der Befragten bleibt in allen Berichten über die Ergebnisse der Forschungsstudie anonym.
Qualitative sozialwissenschaftliche Methoden haben den Vorteil, dass die Befragten nicht aus festgelegten Antwortmöglichkeiten auswählen müssen, sondern breitere und individuelle Antwortmöglichkeiten haben. Wir als Forschende erhalten auf diese Weise detailliertere Aussagen von den Interviewten. Qualitative Forschung ist auch offener für unerwartete Befunde.
Die Quantum Alliance ist ein Konsortium deutscher Exzellenzcluster und Forschungszentren, die im Bereich Quantenwissenschaft und -technologie tätig sind.